Hund und Job - geht das? Bloggerparade

30. April 2017 | erschienen in: / |
Zugegeben, ich bin bei diesem Thema richtig wie falsch.
Ich gehe nicht Vollzeit arbeiten und wer uns aufmerksam verfolgt, weiß wie ich mein Geld verdiene. Nämlich damit, dass andere Menschen Hunde haben und Vollzeit arbeiten gehen.
Deshalb möcht ich mich im Rahmen der miDoggy Parade doch zu Wort melden.

Schon als Kind habe ich meine freie Zeit mit den Hunden der Nachbarn verbracht mit dem Ziel mal selbst einen zu besitzen. Als ich dann Vollzeit arbeiten war, war der Hund in weiter Ferne und es zog eine Katze ein. Irgendwann aber kam ein Umbruch, meine Elternzeit!
Da zog endlich der erste EIGENE Hund ein und das Thema Vollzeitjob war ja eher weit weg. Nun kam aber irgendwann die Zeit wo ich mich mit meiner reinen 10 Stunden Stelle an zwei Vormittagen doch unterfordert fühlte.



Was ich mache:
Ich hab mich dann als Hundesitter mit einem Gassiservice selbstständig gemacht und quasi mein Hobby zum Geld verdienen nutzen wollen. Und das klappte besser als gedacht.
Da mein Mann den ganzen Tag nicht da ist, die Omas ebenfalls berufstätig sind und ich ohne Auto bin, musste etwas her wo ich mit den Kindern irgendwie flexibel bleibe. Und das konnt ich sogar mit Kleinkind gut.
Ich hechte also an gut 4 Tagen die Woche von oftmals früh um 7, bis um 15 Uhr von Haustür zu Haustür und hole hier und dort Hunde zu Runden ab. Zusätzlich zu diesen, habe ich den Tageshund bei uns oder einen Feriengast. Und wiederrum zu diesem meine 10 Stunden Festanstellung und meine Kinder. Ich bin an manchen Tagen also totzdem mit fahrerei 6-8 Stunden ausser Haus und meine Hunde eben hier Zuhause.

Hund kann doch mit?
Natürlich habe ich gut die Möglichkeit die zwei mit in eine Stunde zu integrieren. Das mache ich auch oft. Aber ich merke auch eben oft, dass Joy da keine Lust drauf hat weil es eben doch viel Hektik ist. Um 8 bei dem, dann flott zu dem nächsten. Viele sind nicht kompatibel oder wohnen hier am Park mit Leinenpflicht. Da sind 4 Hunde an der Hand in der Stadt doch alles andere als Entspannt. Also lasse ich sie meist Zuhause und ich hab gar nicht das Gefühl das sie damit ein Problem haben.

Mein Management:
Ich hab tatsächlich keins! Denn ich habe ein Problem meine Hunde in fremde Hände abzugeben. Ist das nicht bescheuert das grade ich das sage? Und genau deshalb habe ich immer einen Heidenrespekt vor meinen Kunden. Die, die könnens, oder haben einfach mega Vertrauen in mich. Was ich in kaum einen anderen habe. Wenn die Zeit mal völlig den Rahmen sprengt, finde ich immer wen den ích mal fragen kann ob er kurz rausgeht. Meist ist meine Zeit bis 8 Stunden aber doch OK. Und wenn ich dann zurück komme, haben es meine Hunde auch nicht sonderlich eilig raus zu kommen. Die langen Tage sind auch die, wo es nachher zum Hundeplatz gehe. Es stimmt also auch das Programm danach. An manchen Tagen habe ich wenn ich rein komme und die Hunde nach der Begrüßung wieder in ihre Betten verschwinden das Gefühl, die waren auf ner Party. Was tun sie wenn ich so lang weg bin, dass sie danach noch so müde sind?


Was ich zu Vollzeitjobbern sage:
Ich werde oft mit dem Vollzeitthema nach meiner Meinung gefragt. Meine Anwort fällt dann sehr individuell aus. Ich habe eine Kundin die sich sehr stresst für den Hund. In der Pause 30 min nach Hause fährt, 20 Minuten den Hund versorgt und dann 30 Min zurück fährt. Mit dem Bus! In den 20 Minuten hatte sie sogar das Gefühl das die Hündin keine Lust hat raus zu gehen. Sie geht aber vor und nach der Arbeit eben noch mega viel. Da sage ich ganz klar. Langer Tag hin oder her. Das schlechte Gewissen ist da doch eher Menschlicher Natur und ich riet ihr die Runde wegzulassen. Das Rahmenprogramm scheint dem Hund zu reichen.
Andere in meinem Umfeld, arbeiten sehr wenig und gehen viel viel viiiel weiger mit dem Hund raus oder lasten ihn anderweitig aus als die Vollzeitjobber. Da muss ich mit dem Kopf schütteln. Meine Meinung also ganz klar....Hund 8 Stunden allein -- klar, kein Problem -- wenn man Bock hat, dem Hund vor und nach der Arbeit Zeit zu schenken und ein Rahmnprogramm zu erschaffen. Man muss dann einfach Lust drauf haben ewas mit dem Hund zu machen. Wenn ich nach meinem Job nur noch auf meine Couch möchte (das darf natürlich mal sein) dann ist mein Hunde-Job-Model zum scheitern verurteilt weil der Hund rebelliert oder einfach nur unfair dem Hund gegenüber.

Am Ende muss das jeder selbst Entscheiden wie er es macht und es hängt eben auch vom Hund ab. Deshalb kann man solche Fragen oft nicht pauschalisieren. Eins brauchen aber vermutlich alle...gutes Manegement.



Kommentare:

  1. Ich musste echt schlucken, als ich Deinen Beitrag gelesen habe. Ich bewundere erst einmal sehr, wie Du Job, Haushalt, Kinder, Hunde und Deinen Gassiservice unter einen Hut bringst. Auch noch nachvollziehen kann ich es, dass Du Deine Hunde nicht in fremde Hände gibst. Ich muss es gelegentlich tun und bin auch nicht begeistert. Am liebsten betreue ich Socke selber oder weiß sie in des Socke-nHalters Obhut. Das hat nichts damit zu tun, dass Socke die Betreuung nicht mag. Ich bin wohl eher das Problem und sorge mich halt.

    Was ich aber nicht ganz nachvollziehen kann ist, wieso Du Deine Hunde bis zu 8 Stunden alleine lässt. Jetzt man unabhängig von der Frage, ob sie dann schnell raus müssen oder nicht.

    Es ist halt nur so, als würde der Vollwertbäcker sein Brot zum eigenen Verzehr beim alles zum halben Preis Bäcker / Brote vom Vortag kaufen. Du bietest eine Dienstleistung, die Du unter gleichen Bedingungen nicht nutzt. Eigentlich ist das für Dein Geschäft nicht förderlich. Deine Kunden scheinen es anders zu sehen. Zum Glück.

    Ich gebe zu, dass mich das verwirrt. Aber hey, Du wirst schon wissen, was Du tust und es steht mir nicht zu das zu bewerten oder zu kritisieren. Ich erkenne beim Lesen nur, dass das neimals mein Weg wäre...

    Viele überraschte und liebe Grüße
    Sabine mit Socke

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich antworte dir mal ausführlich, vielleicht wird es dann was klarer, aber JA, du hast im Grunde Recht. Naja, manchmal gibt es eben nicht wirklich eine Wahl. Vorallem finanziell-und ich hoffe aber das es sich da auch irgendwann wieder entspannt und ich mich auch entspannen kann im Zeitplan. Werde ich unflexibler weil ich Kunden ablehne, verliere ich diese auf Dauer. Heisst ich muss welche annehmen bzw es sind meist Stammkunden die ich dann für meinen Plan sehr bösartig reinschieben muss, sodass es grad alles so passt. Ich kann sie also A nicht ablehnen weil sie jemanden dringend brauchen und sonst wen anders holen müssen und B bin ich finanziell nicht in der Lage einen abzulehnen. Die 8 Stunden sind halt wirklich ne seltenheit. Meinen Kunden sind meine Hunde recht egal. Die haben ihre Probleme die sie eben durch mich lösen und mehr interessiert sie auch nicht. Vorallem weil deren unverträglichen Hunde kein Sitter nimmt da sie nicht in die Huta oder Gruppen können. Aber ich mag dir gern ein Beispiel geben wann es passiert und wie es abläuft. Der Freitag war bis vor einigen MOnaten ein Tag andem ich immer frei hatte und nur für meine Hunde da war. Nun wurde meine Arbeit auf Freitag verlegt

      Mein FReitag letzte Woche:
      6.15 - Gassi mit meinen Hunden
      7.15 - 7.55 Start bei Hund 1 (nur draussen verträglich) und Kind
      8.00 - Kindergarten öffnet - Kind wegbringen
      8.17 - Bus zur Arbeit
      8.55 - Ankommen auf Arbeit
      (12.00 Kind 1 kommt von der Schule nach Hause wenn sie nicht betreut werden kann- Blaze & JOy haben nun wenigstens GEsellschaft)
      13.00 - Feierabend (An den meisten Tagen wäre ich dann um 14 Uhr Zuhause)
      13.22 Bus zurück
      14.00 Ankommen zurück bei Hund 1
      14.45 Kind an der Kita abholen
      14.50 Hund 1 wieder Ende schnell zu Hund 2 (da sein bis 15 UHr)
      15.00 Hund 2 (komplett unverträglich)
      15.30 Hund 2 Ende
      15.35 Zuhause ....
      16.00 Hundeplatz und annehmen vom WOchenendgast

      An diesem Tag kann ich kaum was drehen, aber ich habe meinen Kunden Freitag geschrieben das ich vor meiner Arbeit keine Hunde mehr annehme. Es kam aber bisher auch nur zweimal vor das es überhaupt gefragt war. Aber es war nen Horrortag für mich. Natürlich könnte ich meine Hunde bis kurz vor 8 einschieben, und um 14 Uhr direkt wieder - müsste sie dafür aber 5 minuten vor der Türe anbinden und 4 mal den Weg zwischen den beiden Orten zusätzlich einschieben. Da entscheide ich mich dagegen.

      Das Beispiel wie es eigentlich die Regel ist.
      7.00 -7.45 Hund Lana
      8.00 Annehmen von Bo
      8.15 Runde A (Bo, Blaze, Prinz, Pippa)
      10.00 Runde B (Carlos, Elma, Joy, Dalmi)
      12.00 Versorgen von Katzen Charli & Scotti
      12.30 Versorgen von Katze Luna
      13.00 Hund Tara
      13.30 Kind 1 Zuhause annehmen/ Essen
      14.30 Bo,Prinz, Blaze & Joy ...Kind 2 im Rahmen dessen einsammlen
      ab 15.00 Freizeit...mit Kind sowie Bo, Blaze & JOy . Garten, Park etc. sonst erst wieder Runde um 18.00 vor der Abholung von Bo.

      Da die Hund an den Regeltagen echt viel Programm haben und am Wochenende eben auch, mache ich mir um die langen Tage keine Gedanken. Hab ich Feriengäste gibts so lange Tage auch nicht. Da geh ich nur zur regulären Arbeit :-)

      lg

      Löschen
    2. Du hättest Dir wirklich nicht die Mühe machen müssen, Deine Tagesabläufe aufzuschreiben. Um Gottes Willen. Du bist erwachsen und weißt, was Du tust, was Du Dir, Deiner Familie und Deinen Hunden zumuten kannst.
      Ich persönlich könnte es nicht haben, meinen Hund alleine zu Hause zu wissen, um andere Hunde eben aus dem Schicksal zu erlösen. Und natürlich würde ich auch bei einer Betreuung für meinen Hund überlegen, ob ich jemanden wähle, der seine Hunde alleine lässt.
      Aber weißt Du was, es ist doch nicht schlimm. Du lebst so und jeder muss das für sich entscheiden. Ich möchte das gar nicht bewerten…. Also, alles gut und weiterhin viel Kraft und gute Nerven für Deinen stressigen Alltag.

      Viele liebe Grüße
      Sabine mit Socke

      Löschen
  2. Wir haben ja mal Hunde gezüchtet, und KEINER hat von uns einen Hund bekommen, der voll berufstätig war.
    Dass meine Entscheidung richtig war, sehe ich daran, dass Isi, seit sie ca 10 Jahre alt ist, alle 3 oder 4 Stunden Pipi muß.
    Du wirst das schon gut einschätzen, und ich bin sicher, dass es deinen Hunden gut geht.
    Auch ich würde meinen Hund nie jemand anderen anvertrauen, obwohl ich früher ganz oft, und heute ab und an Hunde in Pflege nehme.
    Es war trotzdem spannend zu lesen :-)
    Liebe Grüße Heidi mit isi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Naja ich sag mal so. Ich bin ja sehr weit weg von Vollzeit und werde mit steuerklasse 5 auch nie drauf zu Steuern. Aber alle 3 Wochen artet mein Freitag mein aus und es werden 8 Stunden. Ist dann halt so. Mein Mann fährt allein 3 Stunden Zug täglich, selbst bei einer Halbtagsstätte wär ich je nach Ziel also 7 Stunden weg. Ich bin 5.5 Tage die Woche sogut wie ganz Zuhause und hab dann halt 2 Halbe Tage die ich weg bin, wovon einer gern mal ausartet.
      Aus Züchtersicht versteh ich das voll und ganz....aber man weiß ja vorher nicht ob sie das Leben nicht doch arg verändern kann. Meine Freundin ist nach 15 Jahren Beziehung u Ehe nun mit 2 Kleinkindern u Hund allein. Und war immer Zuhause oder auf minijob. Nun will die Arge das sie Vollzeit geht. Das konnt ja weder sie, noch die Züchterin ahnen. Ist auch bei fast allen meinen Kunden so...meist Frauen allein - Mann weg - Geld knapp - von Null auf Vollzeit. Da steckt man oft nicht drin. Ich weiß das es bei uns nur ne Phase ist. Wenn Melina eingeschult wird strebe ich eigentlich wieder an mir einen Bürojob für 10 bis 14 Stunden zu suchen. Das ist einiges stressfreier als mit Zeitdruck von A nach B zu hechten mit dem Gedanken das man diesen Auftrag annehmen muss weil einfach kein festes Gehalt garantiert ist. Und selbst das ist am ende traurig weil ich ja an meinen Hunden sie ich nun so viele Jahre hab häng. Aber irgendwann ist Zeit für den Umbruch :-)
      Lg

      Löschen